26. Mai 2020

Goldrausch

Arosa hat in seiner Geschichte überdurchschnittlich viele Spitzensportler hervorgebracht. Die Werbung der Skifahrer, Snowboarder und Hockeyaner für den Ort ist unbezahlbar.
Goldrausch

Arosa hat in seiner Geschichte überdurchschnittlich viele Spitzensportler hervorgebracht. Die Werbung der Skifahrer, Snowboarder und Hockeyaner für den Ort ist unbezahlbar. Als Gian Simmen von Nagano heimkam, war Arosa – für Bündner Verhältnisse – ein Tollhaus. 4500 Menschen feierten im Februar 1998 den frisch gekürten Snowboard-Olympiasieger in der Halfpipe. Spektakulär die Aktion auf dem Tschuggen: Die beiden Aroser Malergeschäfte färbten Simmens Trainingshalfpipe golden ein –  natürlich mit Lebensmittelfarbe. Der 21-Jährige mit Zahnspange wiederholte unter grossem Applaus seine Olympia-Siegesfahrt. Neben Überheld Roger Staub war Vitter Zogg die erfolgreichste Aroser Skilegende: Er gewann 1931 die erste Skiweltmeisterschaft im Slalom und bei den Skiweltmeisterschaften 1934 die Goldmedaille in der Abfahrt und in der Kombination. 1931 wurde das Multitalent Zogg Schweizer Skimeister. Und die anderen Sporthelden, die an der Tafel bei der Kunsteisbahn Ochsenbühl verewigt sind? 1948 holte die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft mit Heini und Werner Lohrer, Gebi und Ueli Poltera und Hansmartin Trepp Bronze bei den Olympischen Spielen in St. Moritz. In Sapporo 1972 gewann Werner Mattle Bronze im Riesenslalom. Von den Olympischen Spielen 1960 in Squaw Valley brachten Yvonne Rüegg und Roger Staub Gold heim. 1998 gewann Jürg Gadient an den Paralympics von Nagano im Super-G und im Slalom Gold. In Sotschi 2014 holte die Schweizer Eishockey-Damen-Nationalmannschaft mit Livia Altmann und Nina Waidacher Bronze.

Olympiasieger Gian Simmens Siegesfeier auf dem Tschuggen | © Foto Homberger
Autor
Peter Röthlisberger
Zum Profil
Er ist Mitbesitzer der Chefredaktion GmbH, Journalist und Historiker. Er gründete Blick am Abend und Blickamabend.ch und war rekordlange neun Jahre Chefredaktor im Blick-Newsroom, davor Inlandchef der Weltwoche und Programmleiter von TeleZüri. Er doziert an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich und moderiert gerne Podiumsdiskussionen.
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