2. Juni 2020

Alles fährt Ski

Die Aroser starteten etwas verzögert ins Wintersportgeschäft, trieben es aber ab 1938 mit grosser Konsequenz voran.
Alles fährt Ski

Die Aroser starteten etwas verzögert ins Wintersportgeschäft, trieben es aber ab 1938 mit grosser Konsequenz voran. Neue Trends beobachteten sie erst skeptisch, bevor sie Herz und Portemonnaie dafür öffneten. 1928 wurde ein Konzessionsgesuch für eine Standseilbahn auf den Tschuggen eingereicht. Als Verlängerung der Chur-Arosa-Bahn mit Haltestellen beim Waldsanatorium, im Prätschligebiet und bei der Waldgrenze, weil dort die neue Bobbahn zum Obersee starten sollte. Das Vorhaben wurde erfolgreich bekämpft. Stattdessen wurden die Skifahrer mit dem Autobus in den Schnee gebracht. Vom 15. Dezember 1930 an bediente er die Strecke Obersee bis Inner-Arosa. Inspiriert von der Davoser Pionierarbeit wollte die neu gegründete Autotram AG höher hinaus und beschloss an der Generalversammlung im August 1938 den Bau von drei Anlagen: Tschuggenlift, Weisshornsattellift (Mittlere Hütte bis Weisshornsattelhütte) und Carmennalift (Eisbahn Inner-Arosa bis Krähentschuggen). Die Wirtschaftswunderjahre und der Bau der Luftseilbahn Arosa-Weisshorn 1957 brachten dem Wintersportort wieder den nötigen Schub. 1965 wurden die ersten Aroser Pisten maschinell präpariert. Kunstschnee setzten die Bergbahnen zum ersten Mal 1989 auf der Talabfahrt zum Bahnhof ein. Das Thema wurde kontrovers diskutiert, aber nach einem schneearmen Winter stimmten die Aroser 1990 dem Einsatz von Schneekanonen zu. 1991 erhielt die ABB die Baubewilligung für eine punktuelle Beschneiung, 1996 für eine stationäre Beschneiungsanlage.

1972 trieben sie es bunt auf Arosas Pisten | © Foto Homberger
Autor
Peter Röthlisberger
Zum Profil
Er ist Mitbesitzer der Chefredaktion GmbH, Journalist und Historiker. Er gründete Blick am Abend und Blickamabend.ch und war rekordlange neun Jahre Chefredaktor im Blick-Newsroom, davor Inlandchef der Weltwoche und Programmleiter von TeleZüri. Er doziert an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich und moderiert gerne Podiumsdiskussionen.
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