Vom Bergbauerndorf zur Feriendestination | © Foto Homberger

Arosas digitale Zeitreise

Vom Bergbauerndorf zur Feriendestination

Die beeindruckende Metamorphose von Arosa dauerte 150 Jahre. Wie kam es dazu?


Auf Basis des im 2019 neu erschinenen Buchs "Arosa in 100 Geschichten" werden bis zum Sommersaisonstart jeden Tag neue spannende Geschichte aus dem Buch portraitiert. Hier folgt die erste Folge:

Als am 10. Dezember 1914 der erste Zug der Chur-Arosa-Bahn im Bahnhof Arosa einfuhr, war das für das kleine Bergdorf der Beginn einer neuen Epoche. Schon die letzten 40 Jahre waren aufregend: Vom Bauerndorf mit gerade noch 50 Einwohnern hatte sich Arosa seit 1875 zum zweitwichtigsten Schweizer Kurort (nach Davos) für Lungenkranke entwickelt. Davon konnte das Dorf gut leben. In einer Werbebroschüre von 1910 warben nicht weniger als 21 Sanatorien und Kurhäuser mit Inseraten für ihre Dienste. Zusätzlich gab es zahlreiche Pensionen und auch Familien, die mit der Aufnahme von Lungenkranken ein Zubrot verdienten.

Noch heute fallen im Dorf viele ältere Häuser mit tiefen Balkonen auf der Südseite auf. All diese Häuser nahmen damals Lungenkranke auf. Die Schwindsüchtigen – so nannte man die Tuberkulose-Patienten – konnten dank dieser Architektur vom Zimmer direkt auf den Balkon geschoben werden, zur Liegekur. Vor 1914 waren drei Viertel der Gäste Lungenkranke, die zur Kur nach Arosa kamen – nicht für Ferien oder zum Sport.

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